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Das Kontrafaktische in der Popmoderne

Friedrich Liechtenstein ist einfach unvorstellbar. Hat man ihn noch nicht gesehen, kann man nicht sagen, was es ist, was er tut. Auf der Bühne steht ein Typ, der als Technischer Direktor des Stadttheaters Scharfenstein reüssieren könnte, den Anzug hat er ohne jeden Zweifel der Altkleidersammlung entwendet. Ein Trick mit Tücke. Denn während noch einige ahnungslosseriöse Gäste sich bei der Bar erkundigen, wo man sich für die Karaoke anmelden könne, breitet sich im Raum schon dieser eigenwillige Zauber aus. Ein seltsames Schweben, indifferent, ambivalent, verwunschen mit quietschigem Glamour. Sanft klirren die Sterne im Nebel. Atemlos dieses beruhigende Schwingen. Nieselregen, Mondschein, heitere Melancholie, ein tiefer innerer Ernst, über den man sich ausschütten möchte vor herzigem Lächeln. Und gleich darauf denkst Du, mann Alter, das hat das Potential für eine richtig große Show. Zeitgleich hast Du bei den Songs von Herrn Liechtenstein stets das Gefühl, hier singt grad einer Bruchstücke aus Deinem intimen Tagebuch. Konversation? Schrille Ambiguität. Störrische Textfragmente zwitschern durch den Sound. In einer äußerst beschwingten Klangkultur. James Last für Aussenseiter. Hat tausendfach mehr Format, als dieser synthetische Popmüll, der uns pompös aus allen Kanälen bedröhnt. Und das Verblüffendste daran ist, dieser locker fallende Sound zwingt Dich unbedingt zum Tanzen. Denken und Tanzen?
Wirklich oxymoronisch.

Gemse






Friedrich Liechtenstein LIVE


29.06.07 Berlin, Engelbrot, FL & nbi Orchester, something for the dogs 20h
30.06.07 Bremen, Kultursalon Lomo
04.07.07 Berlin, Sophiensäle, FL & Band, Liquid Ballroom 20h